Neuigkeiten aus dem Ammerland

04.05.2017, 16:13 Uhr | Jörg Brunßen
Unterrichtsversorgung bei 84,1
Kommen jetzt neue Lehrer/innen?
 Der CDU-Landtagsabgeordnete Jens Nacke kritisiert, dass Kultusministerin Heiligenstadt (SPD) den erheblichen Unterrichtsausfall an den berufsbildenden Schulen (BBS) in Niedersachsen und auch an der BBS Ammerland nicht in den Griff bekommt. Wie das Kultusministerium nun auf eine CDU-Anfrage im Landtag (siehe Anhang) einräumen musste, ist der statistische Wert für die Unterrichtsversorgung zum letzten Stichtag (15.11.2016) auf einen neuen Tiefstand gesunken: Er lag im Schuljahr 2016/17 bei landesweit durchschnittlich nur noch 88,1 Prozent (Vorjahr 2015/16: 88,6 Prozent).
Bad Zwischenahn - Betroffen vom Lehrermangel ist auch wieder die BBS im Ammerland. Wie aus der Antwort auf die CDU-Anfrage hervorgeht, betrug die Unterrichtsversorgung dort im Schuljahr 2016/17 zum Stichtag 15.11.2016 nur noch 85,1 Prozent und ist somit weiter gesunken. „Es ist verantwortungslos, dass Kultusministerin Heiligenstadt sich nicht stärker für die berufsbildenden Schulen einsetzt. Wir beobachten genau, wie viele Lehrkräfte an jeder einzelnen Schule eingestellt werden und ob dies mit der Zahl der ausscheidenden Lehrkräfte zusammenpasst“, sagt Jens Nacke. Auch diese Zahlen sind der Antwort auf die Anfrage zu entnehmen.
Aus der Antwort des Kultusministeriums für 131 niedersächsische BBS ergebe sich, dass im Schuljahr 2016/17 insgesamt 70 Schulen noch niedrigere Werte aufwiesen als ein Jahr zuvor. Insgesamt 35 Schulen müssten sogar mit einer Unterrichtsversorgung von unter 86 Prozent zurechtkommen. Darunter auch die BBS Ammerland, wie Jens Nacke berichtet.
„Somit ist Unterrichtsausfall an der Tagesordnung. Kein Wunder, dass sich inzwischen auch die Kammern und Ausbildungsbetriebe einschalten und vielerorts lautstark Besserung anmahnen“, sagt der Landtagsabgeordnete Jens Nacke. „Der aktuelle Zustand ist leider keine gute Werbung für das Modell der dualen Ausbildung. Dabei sind unsere Unternehmen dringend auf der Suche nach Fachkräftenachwuchs. Die Landesregierung schadet unserer Wirtschaft mit ihrer Unfähigkeit, für eine ausreichende Lehrerversorgung zu sorgen.“
Anstatt endlich ein tragfähiges Konzept gegen den Lehrermangel zur Verfügung zu stellen oder die BBS wieder stärker in die Budgetverantwortung einzubeziehen, rechtfertige die Ministerin den Lehrermangel vor allem mit der Flüchtlingssituation. „Die Kultusministerin sollte endlich ihre Arbeit vernünftig machen, anstatt die Schuld bei anderen zu suchen“, fordert Nacke.  
aktualisiert von Jörg Brunßen, 23.06.2017, 11:22 Uhr